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Jahreskreisrad






Winter
Den Höhepunkt der dunklen Zeit bildet Jul, das Weihnachtsfest. Die Felder liegen da, in brauner Erde. Vielleicht ruht Samen darin. Die Bäume stehen kahl und leblos in der stillen Natur. Das Julfest war ein Fest des Lichtes, der Freude und der Hoffnung. Es war ein Fest der Einheit von Sonne und Erde, der Einheit von Mensch und Natur und ein Fest der Versöhnung. Den wilden Tieren in Feld und Wald wurde Futter gestreut; Streitereien und Kämpfe wurden ausgesetzt. Wenn der Julfrieden herrscht, ruht die Arbeit.
Auch wenn aus dem täglichen Leben weder Hektik noch Stress ganz zu verbannen sind, so erlauben wir uns hin und wieder ein kurzes Zurückziehen, einen kleinen Spaziergang oder was uns sonst noch gut tut und beruhigt.
Am 20. Dezember umrundet die Sonne den kleinsten Tagesbogen. Es folgt die längste Nacht. Dies ist das Lichterfest, denn die Sonne kommt zurück, das neue Licht wird wiedergeboren. Die Nächte werden wieder kürzer, und man feiert die Geburt der wiederkehrenden Sonne. Zu ihren Ehren verräuchert man weihende Harze und Kräuter mit der Sonnensignatur.
Immergrüne Pflanzen, Symbole für die unvergängliche Kraft der Sonne, schmücken die Räume. Kränze versinnbildlichen die zyklische Wiedergeburt des Lichts. Ein Überbleibsel aus dieser Zeit sind unsere Adventkränze aus immergrüner Fichte. Diese Jahreszeitkränze wurden mit je einer Kerze pro Jahreszeit und dem Symbol des nie endenden Jahreszyklus gebunden.
Die Menschen gingen davon aus, dass sich die Vegetationsgottheiten über den Winter in die immergrünen Zweige der Tanne und Fichte zurückzogen. Diese holte man sich zusammen mit den Gehölzen ins Haus und erweckte sie mit dem Feuer der Kerze zum Leben.
Sommer
Alles dreht sich um die Sonne!
Sie ist der leuchtende Mittelpunkt unseres Planetensystems und der Urquell des Lebens. Aus ihrem Licht wird alles geboren, von ihrem Feuer alles belebt. Ihr Lauf durch Tag und Jahr und der dadurch bedingte Wechsel zwischen Licht und Dunkelheit, Wärme und Kälte lässt alles Leben in ihrem Rhythmus schwingen.
Über Jahrtausende verehrten unsere Vorfahren sie als Gottheit und feierten ihr zu Ehren heilige Feste. Man feierte das Leben im Einklang mit der Natur.
Das sich die Erde um die Sonne dreht, verschafft den beiden alle eineinhalb Monate- acht mal im Jahr- eine besondere Begegnung: die beiden grossen Sonnenwenden, die Tag- und Nachtgleichen in Herbst und Frühjahr und die vier Fixpunkte dazwischen.
Am 21.Juni erreicht die Sonne ihren Höhepunkt. Die Sommersonnenwende hat den längsten Tag und die kürzeste Nacht und wurde von unseren Vorfahren mit einem grossen Fest gefeiert.
Zu den Festtagen der Sonne entzündet man ein Feuer, um durch die Kraft der Flammen die Sonne zu nähren.
Das Siegesfest der Sonne ist seit langem mit Pflanzenkulten verknüpft. Sonnenwendpflanzen waren einst heilige Opfer, die man den Göttern in Form von Räucherungen darbrachte.
Die Sonnenwendkräuter speichern das Licht und die Wärme dieser wohlwollenden Jahreszeit.
Die Farben die der Sonne zu geordnet sind, sind gelb bis orange so wie das Johanniskraut oder die Ringelblume. Mit diesen Pflanzen wurden Kränze und Gürtel gebunden.
Das wichtigste Gürtelkraut ist der Beifuß, es wurde sich um den Leib gebunden und erst dann sprang man über das Feuer. Anschließend wurde der Beifußgürtel in das Feuer geworfen, das schützte vor Krankheiten. Der Beifuß gehört zu den Mutterkräutern, die seit langem frauenheilkundlich verwendet wurden.
Die Ringelblume als die wahre Sonnenanbeterin die in der Lage ist Sonnenkräfte zu speichern, faltet ihre Zungenblüten schützend zusammen wenn schlechtes Wetter heranzieht.
Die Menschen setzten sie deswegen als Schutzzauber ein, sie ist heute in jedem Bauerngarten zu finden und leuchtet schon von weitem.
Die Zeit des Sommers schenkt uns zahlreiche sonnige Pflanzen die unser Herz erfreuen. Also öffnen Sie ihr Herz für die Schönheit der Natur.