




Die Sonnenbraut
Versetzen wir uns einige Jahrhunderte zurück in der vorchristlichen Zeit auf den Spuren eines alten Ringelblumennamens. Die alten Priesterinnen, die das Volk regieren, die Heilerinnen und Seherinnen leben fort in den Geschichten von weisen Frauen und guten Feen. Die Sonne war in diesen Gesellschaften heiliges Symbol des Lebens. Es wurden an heiligen Orten die Sonnenfesttage zelebriert und sollten den Menschen einen tiefen Sinn geben. Blumen die zur Zeit der wichtigsten Punkte des Sonnenlaufes durch das Jahr blühten und in ihrer Form der Sonne ähneln, galten als heilige Blumen die den Namen Sonnenbraut getragen haben. Diesen Namen gab man auch anderen Pflanzen wie dem Gänseblümchen, der Kamille oder der Wegwarte, da sie sich stark nach der Sonne richten. Sie drehen sich nach ihr, öffnen und schließen sich zu bestimmten Sonnenzeiten und wenn Regen droht, öffnen sie ihre Blüten erst gar nicht. Regenblumen nannte man die Ringelblumen ebenfalls, denn wenn um 8 Uhr morgens ihre Blüten noch geschlossen sind, kommt an diesem Tag bestimmt Regen.
Die Ringelblume war auch immer eine Pflanze der Liebe. Eine Blume die so lange und unentwegt blüht und scheinbar nicht welken will, sollte bewirken, dass die Liebe eines Menschen zu einem anderen nicht endet, sondern immer wieder neue Blüten treibt. Später bezeichnet Albertus Magnus, ein heilkundiger Bischof des Mittelalters die Ringelblume mit dem schönen Namen »Sponsa solis«
Die Sonnenbraut.
Der KRÄUTERPÄDAGOGE® ist eine Qualifizierung der Gundermannschule, die sich sowohl mit der traditionellen Kräuterkunde als auch mit der Ethnobotnik, den heimischen, nicht kultivierten Nahrungs- und Heilpflanzen, deren Vorkommen und Verwendung, sowie der Ökologie der heimischen Pflanzenwelt beschäftigt. Die Gundermannschule lehrt den aktiven Umgang mit der Natur, ökologisches Verständnis, das Erkennen biologischer und ökologischer Zusammenhänge.
Das Interesse, die Vielfalt der einheimischen Pflanzenwelt wahrzunehmen, sensibel zu sein für die Natur als Grundlage unseres Lebens, unserer Ernährung und unseres Wohlbefindens ist in den letzten Jahren bei Menschen aller Altersgruppen geweckt worden. Es ist der Wunsch vieler Menschen, biologische Zusammenhänge zu verstehen, unsere Natur auch im Sinne unserer Kinder zu erhalten und das traditionelle Wissen der Kräuterkunde wieder zu entdecken und weiterzugeben.
Um diesem großen Interesse Rechnung zu tragen, entwickelte die Gundermannschule, basierend auf langjähriger Erfahrung, den speziellen Lehrgang:
Qualifizierung von KRÄUTERPÄDAGOGEN® nach Dr. Brigitte Klemme
Ethnobotanisches Wissen, fundierte Kenntnisse der heimischen, nicht kultivierten Nahrungs- und Heilpflanzen sowie ihrer Biologie und ihrer Verwendung verbunden mit der Fähigkeit, dieses Wissen anschaulich weiterzugeben ist eine Voraussetzung, Menschen die Natur verständlich zu machen. In diesem Sinne verstehen die Kräuterpädagogen ihre Aufgabe und werden dazu beitragen, dass nachhaltig die Bereitschaft zum Sehen, Verstehen und Handeln für die Natur geweckt wird.
Weihrauch und Myrrhe so wertvoll wie Gold
Auf der Suche nach dem Anfang der Räucherkultur werden wir an die alten Feuerstellen der Urzeit der Menschen geführt. Die Nasen der Urzeitmenschen waren noch sensibler, denn vom Geruchssinn hing das Überleben ab. Mit der Erfindung des Feuers lernten die Menschen bestimmte Hölzer und Kräuter in ihren Höhlen, Zelten und Hütten zu verbrennen und erkannten ihren Nutzen. Sie lernten die unterschiedlichen Düfte von Hölzer und Kräuter zu unterscheiden und bemerkten ihre Wirksamkeit. Der duftende Rauch war wohltuend, er wirkte beruhigend oder auch anregend. Man fing an, Pflanzen nach ihren Düften zu sammeln. Die Medizinfrauen- und Männer haben ihre Erfahrung mit aromatischen Räucherpflanzen gesammelt und sie genau spezifiziert. Ein uraltes Wissen entstand und verbreitete sich in allen Kulturen.
Den Göttern die man sich im Himmel lebend vorstellte, opferte man edelstes Räucherwerk. Aus den großen Räucherbecken stiegen langsam dicke Rauchschwaden zum Himmel empor, bis sie schließlich die Schwelle der sichtbaren Welt überschritten, um im Jenseits um Gnade und Wohlwollen für unsere Welt zu bitten. Auch in der Medizin wurden Räucherungen eingesetzt. Das Krankenzimmer wurde auf diese Art und Weise vom schlechten Geruch befreit. Dabei erkannte man das bestimmte Harze und Kräuter auch eine desinfizierende Wirkung hat. Das war auch der Grund warum in der Kirche mit Weihrauch geräuchert wurde. Zur Raumbeduftung und zur Beduftung von Kleidern war Räucherwerk unentbehrlich. Nelke, Zeder, Zimt oder Kampfer wurde gegen Insekten eingesetzt.
In vielen Ländern wird heute noch geräuchert, es gehört zum alltäglichen Ritual. In den buddhistisch orientierten Ländern ist das verbrennen von Räuchermittel eine ganz normale weit verbreite Praxis. Das Räuchern unterstützt bei der Meditation den Alltag los zulassen und ist ein Geschenk an die Gottheiten.